Alle Beiträge von Florian Leiß

Erneute Fortbildung im Kodokan

Unser Kata-Referent Jacques Cosson und unser Mitglied Astrid Czymara, beide vom MTV Ludwigsburg, nahmen über Ostern 2016 zum zweiten Mal an einer an einer 11-tägigen Trainingsreise nach Japan teil, um sich in Tokio im Kodokan weiterzubilden. Sie waren Teil einer 16-köpfigen Reisegruppe aus ganz Deutschland, die zum Großteil aus Kata-Athleten, Kata-Referenten und Wertungsrichtern bestand.

Das Training im Kodokan fand an sieben Tagen statt, wobei es eine Einheit am Vormittag und eine am Nachmittag gab. Bevor das Training mit den Sensei beginnt, erwärmt man sich selbstständig, sodass gleich mit dem Training begonnen werden kann, wenn die Sensei das Dojo betreten.

Auf dem Programm standen dieses Jahr fünf Kata: die Kodokan-Goshin-Jutsu, die Kime-no-Kata, die Ju-no-Kata, die Itsutu-no-Kata und die Koshiki-no-Kata. Unter den erfahrenen Sensei des Kodokan wurde jede Kata vier Stunden lang trainiert: meistens wurde die Kata zuerst einmal in Teilen demonstriert, dann wurden die Techniken und deren Hintergründe erklärt, danach wurden diese Techniken trainiert – immer unter Beobachtung der beiden Sensei. Nach vier Stunden Techniktraining wurde abschließend die jeweilige Kata von den Teilnehmern demonstriert. Im Kodokan legt man großen Wert auf diese Demonstrationen, sie bilden den Höhepunkt und Abschluss jeder Einheit. Für die Teilnehmer ist dies auch ein ganz wichtiger Bestandteil, denn anschließend wird jede Demonstration von den Sensei besprochen; man erhält viele wertvolle Tipps zur Verbesserung seiner Leistung, gleichzeitig aber ist es ein Ansporn und eine Ehre, das Gelernte in einer Demonstration vor den großen Meistern auch umzusetzen.

Beide freuen sich, ihr Wissen im Kata-Zentrum Ludwigsburg weiter geben zu können.


Foto von Thomas Hofmann
Die Gruppe mit Fujita (8. Dan), Makishi (7. Dan); Kodokan Goshin-Jutsu

Budo und Fun Wochenende 2016

Vom 4. März bis zum 6. März fand auch dieses Jahr wieder das Budo und Fun Wochenende in der Landessportschule Albstadt in Tailfingen statt. Wie auch die Jahre zuvor gab es viele Trainingseinheiten aus den unterschiedlichsten Budo Sportarten.

  • Kraft braucht kein Mensch meint Rainer
  • Karate mit Nick
  • Ne-Waza-Kata mit Jacques
  • Kuk Sool Won mit Peter
  • Bo-Jitsu mit Schumy
  • Slowmotion Jiu-Jitsu Wolfgang

Aber auch die Entspannung kam dieses Jahr nicht zu kurz, dafür sorgte die Einheit

  • Entspannung mit Susanne

Die Teilnehmer kamen aus vielen verschiedenen Dojos und in allen Altersklassen. Besonders hervorzuheben ist dieses Jahr die Teilnahme zweier junger Budosportler im Alter von 8 und 11 Jahren welche vor allem bei der Schlusseinheit ihr Können unter Beweis stellen konnten. Abgerundet wurden die Abende sowohl beim geselligen Beisammensein in der Sportlerklause als auch beim traditionellen Besuch des Schwimmbades und der Sauna um die müden Muskeln zu entspannen.

Bericht: Konstantin

Budo und Fun 2016 - Abschluss Vorführung
Budo und Fun 2016 - Abschluss Vorführung
Budo und Fun 2016 - Abschluss Vorführung des jüngsten Teilnemers
Budo und Fun 2016 - Abschluss Vorführung des jüngsten Teilnehmers

 

 

Sambo-Lehrgang in Uhingen

Am Samstag, dem 12.03.2016 fand in Uhingen der Aus – und Fortbildungslehrgang mit Großmeister Anton Weinberger, 9. Dan Sambo und Thorsten Pillong, 7. Dan Sambo statt.
Nach der Vorstellung der Trainer übernahm Christian Klein das kurze und knackige Aufwärmen.
Anton Weinberger zeigte in den 3 Trainingseinheiten des Tages die ganze Bandbreite des Sambo.
In der ersten Einheit wurden von Anton Weinberger die 25 Teilnehmer meisterlich in Kontakt- und Distanztechniken unterwiesen. Am Nachmittag ging es dann zuerst mit Aufwärmübungen mit dem Stock weiter. Anschließend wurden Abwehren gegen Angriffe mit dem Stock eingeübt. Bei den folgenden Messerabwehren konnten sich die Teilnehmer von der Effektivität des Sambos überzeugen. Spätestens bei den Abwehren gegen Bedrohungen mit der Pistole wurde der militärische Hintergrund des Sambos allen deutlich. Am Ende des Lehrgangs hatten die Teilnehmer 50 Techniken trainiert. Bei der Verabschiedung überreichte Andreas Unterthiner Anton Weinberger als persönliches Gastgeschenk ein T-Shirt mit seinem Namen und dem Logo.

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Achim Hanke in Kirchheim

Am Samstag, den 30. Januar 2016 fand in der Sporthalle der Walter-Jacob-Schule in Kirchheim unter Teck zum ersten Mal ein Jiu-Jitsu Lehrgang statt. Ausrichter war die Abteilung Judo/Jiu-Jitsu des VfL Kirchheim.
Referent war Achim Hanke, ein hoch graduierter Kampfsportler (8. Dan Ju-Jutsu, 7. Dan Jiu-Jitsu, 5. Dan Judo) und Ju-Jutsu Lehrwart aus Baden. Der Lehrgang stieß auf großes Interesse. 61 Teilnehmer aus unterschiedlichen Bundesländern besuchten den Lehrgang, eine beachtliche Zahl für die erste Veranstaltung dieser Art.
Achim Hanke vermittelte besondere Techniken und Abläufe sowie anspruchsvolle Kampfkunst-Kombinationen, die die Teilnehmer begeisterten und mit denen sie ihr Fachwissen erweitern konnten.
Da die meisten Lehrgänge und Kata-Trainings des Verbands im Großraum Ludwigsburg stattfinden, kam die Idee zu diesem Lehrgang in unserer Region.
Die Abteilung Judo/Jiu-Jitsu hat mit engagierten Helfern einen anspruchsvollen Lehrgang organisiert, der die Teilnehmer begeisterte und für den es viel positives Feedback gab.

Bericht: Joachim Pradler

Dan-Prüfung in Fellbach – Aus 2 mach 3

Strahlende Gesichter bei der Jiu-Jitsu Dan-Prüfung

Am Samstag, dem 21. November 2015 fand mittlerweile schon traditionell im Dojo der Fellbacher Budoka die diesjährige Jiu-Jitsu-Dan-Prüfung statt. In diesem Jahr haben sich die beiden Kirchheimer Budoka Sabine Weller und Stephan Kirschner der Prüfung zum 1. Dan gestellt. Für beide Budoka war es also die erste Dan-Prüfung. Sie demonstrierten im ersten Prüfungsteil – Kata - die "Kodokan-Goshin-Jutsu". Die beiden Kirchheimer begannen sehr konzentriert und fehlerfrei - konnten dann aber aufgrund der doch vorhandenen Anspannung die Konzentration nicht über die gesamte Zeit aufrecht erhalten. Nach einer dennoch nahezu fehlerfreien Leistung war dieser überaus wichtige Teil einer jeden Dan-Prüfung gut gemeistert.

Weiter ging es für die beiden Budoka mit Wurftechniken. Auch diese schweißtreibende Aufgabe wurde gut gemeistert, so dass es dann zur zweiten Königsdisziplin ging: 50 Abwehrtechniken die entweder als Selbstverteidigungstechnik oder als sportliche Abwehr darzustellen war. Hier konnten beide Budoka mit ihrer Vielseitigkeit punkten. Es wurde zudem schnell deutlich, dass Beide eine Unmenge an übungsstunden auf der Matte verbracht haben mussten, um ihr Programm so zu verinnerlichen.

Im letzten praktischen Prüfungsfach, den Abwehren von Angriffen mehrerer Gegner, wurden die Prüflinge minutenlang mit allen Angriffsvarianten nacheinander unter Druck gesetzt. Hierzu wurden 2 fachkundige Zuschauer mit auf die Matte gebeten, um auch tatsächlich mehrere Angreifer zu haben. Sabine und Stefan zeigten dabei Umsichtigkeit und Verhältnismäßigkeit, bis die Übung letztendlich beendet wurde, da die beiden "Leihangreifer" ausser Puste geraten waren. Zum Abschluss der gelungenen Prüfung wurden beide Prüflinge Im Theoriefach ausführlich zu Techniken und deren Wirksamkeit befragt.

Nach einer letztendlich über 3 stündigen Prüfung stand das Urteil des Prüfungskomittees einstimmig fest: Beide Kirchheimer Budoka hatten die Prüfung zum 1. Dan bestanden und somit die Berechtigung und Verpflichtung den schwarzen Gürtel zu tragen. Das Sahnehäubchen dieser Prüfung konnte Stephan Kirschner beisteuern. Seine Darbietungen bei den Abwehrtechniken wie auch bei den Verteigungen gegen mehrere Angreifer ließen keine Wünsche offen. Mit Dynamik, Griffsicherheit und Umsicht hatte er sich einstimmig das Prädikat "Bestanden mit Auszeichnung" der 3-köpfigen Prüfungskommission verdient, die an diesem Samstag aus den folgenden Budoka bestand:

  • Bernd Heinrich, 5. Dan Jiu-Jitsu
  • Elke Peéry, 2. Dan Jiu-Jitsu
  • Rolf Kurutz, 1. Dan Jiu-Jitsu

Wer sich nun schon gedanklich auf den Heimweg machte, dem wurde noch ein weiteres Bonbon gereicht. Unser Prüfungsreferent und Ehrenrat Willy Deuringer setzte zu einer seiner berühmten Reden an, bei denen man anfänglich selten erahnt, worauf er hinführen wird. Alle Anwesenden hingen an seinen Lippen, bis er endlich die Katze aus dem Sack lies. Im Auftrag des Ehrenrats verlieh Willy der anwesenden Prüferin Elke Peéry für ihren unermüdlichen Einsatz für unseren Verband wie auch ihren Verein den 3. Dan Jiu-Jitsu, so dass wir uns letztendlich über 3 neue Dan-Graduierungen freuen durften.

Der Verband gratuliert den neuen Jiu-Jitsu-Danträgern herzlichst und wünscht ihnen alles Gute für die Zukunft. Auf ein hoffentlich baldiges Wiedersehen auf der Matte... und natürlich ganz ohne Schmerzen liebe Elke 🙂

Bericht: Bernd Heinrich

Ne-Waza-Kata Lehrgang

mit Mario den Edel beim MTV Ludwigsburg

Am 26.09.2015 durften wir zum dritten Mal Mario den Edel beim MTV Ludwigsburg für einen Lehrgang seiner eigenen Katas begrüßen. Diesmal stand die Ne-Waza-Kata auf dem Programm, eine Boden-Kata welche aus 10 SV Techniken besteht. Ca. 20 Budoka aus unserem Verband Jiu-Jitsu traditionell sowie vom Ju-Jutsu Verband Württemberg hatten die Gelegenheit, diese Kata direkt von Ihrem Erfinder – Mario den Edel – zu erlernen.

Die Ne-Waza-Kata zeichnet sich durch 2 Besonderheiten aus: es ist die erste Boden-Kata, welche in das offizielle Kata Programm unseres Verbands aufgenommen wurde. Zudem ist es die einzige Jiu-Jitsu Kata, deren Schöpfer sich noch guter Gesundheit erfreut und daher die Feinheiten der Kata persönlich erklären kann.

Vor dem eigentlichen Lehrgang erhielten die Übersetzer eines Lehrbuches zur E-Bo-No und Ne-Waza Kata eine handsignierte Ausgabe persönlich von Mario den Edel überreicht.

Mario präsentierte die Kata zusammen mit seinem langjährigen Uke Roberto Middelberg die verschiedenen Elemente der Kata. Diese bestehen aus SV-Techniken, welche sich in 5 Angriffen aus dem Stand sowie 5 Angriffen aus der Bodenlage unterteilen. Dabei erfolgt die Verteidigung stets in Bodenlage. Auf jede Technik welche im Stand beginnt und in Bodenlage verteidigt wird folgt eine Technik welche am Boden beginnt und auch am Boden verteidigt wird.

Als Voraussetzung für die notwendige Beweglichkeit in der Bodenverteidigung stärkten die Budoka ihre Bauchmuskeln in verschiedenen Vorübungen. Danach begann Mario zuerst mit den Techniken aus dem Stand. Nach der Mittagspause folgten dann die Techniken auf dem Boden, welche in erster Linie aus Verteidigung gegen Würgeangriffe besteht. Als Abschluss präsentierten unsere Gäste aus den Niederlanden die Kata in voller Länge mit allen Techniken.


Der Autor und die Übersetzer des Lehrbuches der E-Bo-No und Ne-Waza Kata


Abschlussbild mit allen Teilnehmern des Ne-Waza-Kata Lehrgangs

Kodokan Training

Unser Referent Katawesen Jacques Cosson im Kodokan

Um seine Kata-Kenntnisse zu vertiefen wählte unser unser Referent Katawesen und DJB-Wertungsrichter Jacques Cosson ein besonderes Ziel: den Kodokan in Tokio.

Dort nahm er gemeinsam mit zehn weiteren Judoka aus Deutschland und den Niederlanden an einem siebentägigen Kata-Intensivkurs teil. In jeweils einer Vor- und Nachmittags- Trainingseinheit standen vier Kata auf dem Programm: Die drei „Klassiker“ Kodokan-Goshin-Jutsu, Kime-no-Kata und Katame-no-Kata und als Besonderheit die sowohl in Japan als auch in Deutschland recht unbekannte Seiryoku-Zenyo-Kokumin-Taiiku. Diese Kata war einst eine Pflicht-Kata für Frauen, als sie noch nicht kämpfen durften und wurde in dem Kurs auch von Frauen gelehrt, darunter Wakamatsu Sensei, die den 8. Dan trägt - die höchste Graduierung, die eine Frau besitzt. Die Kokumin-Taiiku, wie sie abgekürzt wird, ist recht lang und besteht im ersten Teil aus Tandoku renshu. Der zweite Teil (Shotai renshu) besteht aus Kimi-shike und Ju-shiki und die Teilnehmer erfuhren, dass es hier doch einige Abweichungen zur Kime- no-Kata bzw. Ju-no-Kata gibt. Da die Gruppe recht gute Leistungen zeigte, konnten alle zusätzlich noch in der Ju-no-Kata unterwiesen werden.

Jede Kata wurde gemeinsam von zwei Meistern (Sensei) unterrichtet (darunter Fujita Sensei, Utsugi Sensei, Sato Sensei, alle 8. Dan, und Yamamoto Sensei, 6. Dan), die auf alle Teilnehmer ein kritisches Auge hatten und viele Details und Hintergründe zu Techniken erläuterten. Abgeschlossen wurde die Einheit meist mit Demonstrationen, bei der alle Teilnehmer sowohl als Tori als auch als Uke die Kata zeigten. Anschließend fand eine genaue Fehleranalyse durch die beiden Meister statt.

Wir freuen uns, dass Jacques nun sein Wissen „aus erster Hand“ in Lehrgängen an uns weitergeben kann!

Jacques, Shimoyama 5. Dan, Astrid Czymara und Yamamoto 6. Dan

Dan-Prüfung 2014

Strahlende Gesichter bei der Jiu-Jitsu Dan-Prüfung

Am Sonntag, den 7. Dezember 2014 fand im Dojo der Fellbacher Budoka die diesjährige Jiu-Jitsu-Dan-Prüfung, also die Prüfung zum schwarzen Gürtel, statt. Nach mehrmonatiger intensiver Vorbereitung und teilweise bis zur Schmerzgrenze gehenden Trainingseinheiten, stellten sich vier Jiu-Jitsuka aus Fellbach und ein Jiu-Jitsuka aus Bietigheim dem folgenden Prüferteam:

  • Jacques Cosson, 5. Dan Jiu Jitsu und Kata-Referent
  • Wolfgang Schubert, 6. Dan Jiu Jitsu und ehem. Vorsitzender
  • Willy Deuringer, 7. Dan Jiu-Jitsu und Prüfungsreferent

Für Silvia Schmitt, Lukas Püttmann und Michael Stutz von der Budo-Abteilung des SV Fellbach war es die erste Dan-Prüfung. Alle drei demonstrierten im ersten Prüfungsteil – Kata - die "E-Bo-no-Kata". Hier sah man deutlich die Handschrift von Jacques Cosson, dem Katareferent des Verbandes Jiu-Jitsu traditionell, der alle Prüflinge monatelang jeden Donnerstag beim Katatraining in Ludwigsburg begrüßen konnte und sie bis ins kleinste Detail nahezu zur Perfektion führte.

Kontakt-, Distanz- und Waffenabwehren sind die Schwerpunkte der vom holländischen Jiu-Jitsu-Großmeister Mario den Edel entwickelten Kata. Man konnte bei den Prüflingen die zum Teil starke Nervosität in der Anfangsphase förmlich spüren. Jedoch legten sie diese nach wenigen Minuten und den ersten Aktionen ab und zelebrierten die Kata sehr souverän.

Im geforderten Technikprogramm – 50 Abwehrtechniken aus dem sportlichen und praxisnahen Bereich - waren die Schwarzgurtanwärter in Hochform. Einschließlich dem dynamisch und technisch sehr versierten Uke (Trainings- und Prüfungspartner) von Silvia Schmitt, Klaus Calcara, der selbst keine Prüfung ablegte sondern in vorbildlicher Weise als Partner fungierte. Griffsicherheit, Vielseitigkeit und Dynamik waren ausschlaggebend für eine gute Beurteilung aller Prüflinge.

Eine Augenweide war die Darbietung des bereits höher graduierten Paares, dem Fellbacher Matthias Hubl und seinem Partner vom JC Bietigheim, Andreas Perthen. Beide strebten einen höheren Dan-Grad (Meistergrad) an. Entsprechend fiel auch die Wahl ihrer Kata aus. Die Kime-no-Kata. Angriffe aus dem Kniestand, dem Stand unter anderem mit dem Messer und dem Katana (japanisches Samurai-Schwert). Diese Kata fordert ein Höchstmaß an Präzision, Griffsicherheit und Harmonie. All diese Fähigkeiten zeigten Andreas Perthen und Matthias Hubl, die vom Ludwigsburger Kata-Experten Wolfgang Grösch auf die Kata vorbereitet wurden.

Gemäß der Prüfungsordnung mussten Hubl und Perthen jeweils noch ein selbst gewähltes Thema in ihrem Prüfungsprogramm demonstrieren. Auch war die Vorlage einer schriftlichen Ausarbeitung zu ihrem gewählten Thema vorgeschrieben.

Matthias Hubl hatte das Thema „Abwehren von Messerangriffen“ gewählt. Er demonstrierte in technischer Perfektion die Handhabung und Abwehr des Messers sowie eine Serie von Abwehrtechniken. Andreas Perten hatte zu seinem Thema „Bewegungslehre in der Selbstverteidigung“ einiges zu bieten. Temperamentvoll und mit einem ungeheuren Tempo, mit einer Vielzahl von Kombinationen im Stand und Boden sowie immer wieder verblüffenden Abschlusstechniken zeichnete sich der vielseitige Bietigheimer Jiu-Jitsuka aus.

Im letzten praktischen Prüfungsfach, den Abwehren von Angriffen mehrerer Gegner, wurden die Prüflinge minutenlang mit allen Angriffsvarianten nacheinander unter Druck gesetzt. Sie zeigten dabei Verhältnismäßigkeit, Umsichtigkeit und schlussendlich auch eine Eigendynamik, die nur durch die Prüfer zu stoppen war. In Theorie und Trainingslehre wurden die Prüflinge von den Prüfern zu mehreren Themenbereichen eindringlich befragt. Ob zu den gesetzlichen Vorgaben im Notwehrrecht, Erste Hilfe Maßnahmen in der SV, die Wirkungsweise von Halsdruck- und Hebeltechniken als auch über die Lehrmethoden der in der Selbstverteidigung stattfindenden Techniken. Alle Prüflinge waren bestens vorbereitet und konnten mit ihrem umfangreichen Wissen ihre Prüfung mit dem Fach Theorie erfolgreich beenden.

Nach der letztendlich über 6 stündigen Prüfung stand das Urteil des Prüfungskomitees einstimmig fest: Graduierung – mit Auszeichnung - für Andreas Perthen zum 4. Dan Jiu-Jitsu und Matthias Hubl zum 3. Dan Jiu-Jitsu. Graduierung zum 1. Dan, damit Berechtigung und Verpflichtung den schwarzen Gürtel zu tragen, für die Fellbacher Budoka Silvia Schmitt, Michael Stutz und Lukas Püttmann. Herzlichen Glückwunsch an alle.

 

E-Bo-no-Kata Lehrgang

für Trainer und Multiplikatoren

Am Samstag, dem 08. November 2014, hatten wir die Gelegenheit, zum zweiten Mal in diesem Jahr einem Lehrgang des Vaters der E-Bo-no-Kata beizuwohnen. Da unser neuer Verband dieses Jahr mit der World Ju Jitsu Federation (WJJF) eine Kooperation in den Bereichen Kata und Hanbo-Jitsu gestartet hat, wurde dieser Lehrgang erstmalig gemeinsam durchgeführt. In beiden Verbänden ist diese Kata offiziell als Kata für Dan-Prüfungen zugelassen. Daher sollte dieser Lehrgang vorrangig Trainern und Multiplikatoren die Gelegenheit geben, sich mit den Ideen und Details der E-Bo-no-Kata auseinander zu setzen. Insgesamt 26 Budoka aus der Region und überregional nutzten diese Gelegenheit, sich Informationen aus erster Hand zu holen.

Die - erneut aus den Niederlanden angereisten - Referenten, Mario den Edel und Roberto Middelberg, vermittelten einen weiteren Tag eine Vertiefung der bereits einstudierten Serien 1 und 4. Darüber hinaus wurde die Serie 2 (Abwehr gegen Umklammerung) erstmalig demonstriert und einstudiert.

Die E-Bo-no-Kata leitet ihren Namen von ihren Erschaffern, Mario den Edel und Wim Boersma ab. Sie ist die einzige nicht japanische Kata welche die Elemente der modernen SV beinhaltet. Die Kata ist in 4 Serien gegliedert, jede Serie beinhaltet 5 Abwehrtechniken gegen die jeweiligen Angriffe:

  • Serie 1: Abwehr gegen Kontaktangriffe
  • Serie 2: Abwehr gegen Umklammerung
  • Serie 3: Abwehr gegen Distanzangriffe
  • Serie 4: Abwehr gegen Waffenangriffe

Auch diesmal wieder vermittelte Mario den Edel und Roberto Middelberg die Feinheiten und auch die Details der anspruchsvollen und abwechslungsreichen E-Bo-no-Kata .

Nach einem intensiven Aufwärmen mit Atemi Techniken ging es an die erste Serie der Kata. Diese wurden bis zur Mittagspause intensiv trainiert und verfeinert. Nach der Mittagspause folgten die Angriffe der zweiten Serie (Angriffe gegen Umklammerung) wobei sowohl Umklammerung als auch gegen Würge Angriffe und Genickhebel verteidigt wurde. Besonders bei den Abwehrtechniken dieser Serie kommt die Dynamik der E-Bo-no-Kata zur Geltung, welche auch Opferwürfe zur Verteidigung einsetzt.

Jede einzelne Technik wurde zuerst detailliert erklärt und vorgeführt und dann anschließend von den Teilnehmern einstudiert. Im Anschluss erfolgte eine Einführung in die vierte Serie, welche die Abwehr gegen Waffenangriffe (Stock und Messer) beinhaltet. Stets waren die Referenten mit Rat und Tat zur Stelle und korrigierten den ein oder anderen Fehler in einem individuellen Gespräch oder auch in großer Runde. Da viele Teilnehmer sich bereits in den vergangenen Jahren mit der E-Bo-no-Kata beschäftigt hatten, gab es ein breites Fundament an Wissen welches im Laufe des Tages vertieft wurde. Auch konnten viele Techniken des ersten Lehrgangs nochmals aufgefrischt und im Detail einstudiert werden. Dies war vor allem deshalb hilfreich, da es bis heute noch keine offizielle deutsche Übersetzung der E-Bo-no-Kata gibt und das Wissen durch individuelle Anstrengungen erarbeitet wurde. Da hatte sich die ein oder andere Ausführung eingeschlichen welche über Jahre falsch durchgeführt wurde. Die beiden Lehrgänge halfen hier, diese Fehler unter der Anleitung des Erschaffers der Kata zu korrigieren.

Als Abschluss des Trainings demonstrierten Silvia Schmitt (SV Fellbach) und Klaus Calcara (MTV Ludwigsburg) die komplette E-Bo-no-Kata, welche sie schon über ein Jahr intensiv als Vorbereitung für die nächste Dan Prüfung einstudierten. Für die äußerst gelungene Demonstration gab es von Mario "beide Daumen hoch" welches man als Bestätigung für die Ausführung betrachten kann.

Am Ende des Lehrganges erhielten alle Teilnehmer ein von Mario den Edel unterschriebenes Zertifikat für die erfolgreiche Absolvierung des ersten offiziellen E-Bo-no-Kata Trainer-Lehrganges in Ludwigsburg. Somit sind nun alle Teilnehmer gefordert, ihr erworbenes Wissen in ihren Dojo weiterzugeben.

Darüber hinaus erhielten die Jiuka Jacques Cosson und Bernd Heinrich für ihr besonderes Engagement im Bereich der E-Bo-no-Kata die offizielleE-Bo-no-Kata teacher's license. Beide lehren diese Kata schon seit einigen Jahren, immer bemüht, sich möglichst detailgenau an den Ideen der Erschaffer auszurichten und ihr Wissen an andere Jiu-Jitsuka weiterzugeben. Dazu haben sie ein E-Bo-No-Kata-Skript auf Grundlage des niederländischen Originals erstellt und herausgegeben, welches dank des nun persönlichen Kontaktes ständig verbessert und aktualisiert werden konnte. Mit diesem Lehrgang ist dieser Prozess nun abgeschlossen und 2015 soll die von Mario den Edel lizenzierte deutsche Übersetzung von Jacques und Bernd in Deutschland erscheinen. Ebenfalls mit der teacher's license geehrt wurde Willy Deuringer, der Silvia Schmitt und Klaus Calcara in der Vorbereitung zum ersten Dan begleitet.

Die teacher's license ermöglicht es den dreien - als einzige Jiuka in Deutschland - weitere E-Bo-no-Kata Trainer im Namen von Mario den Edel auszubilden.

Der Dank geht an die Organisatoren des Lehrganges welche es ermöglicht haben, zwei sehr intensive und lehrreiche Lehrgänge auf die Beine zu stellen. Die Organisation war perfekt und alle Teilnehmer gehen mit einem Bündel neuer Techniken und Wissen nach Hause. Da dieser Lehrgang sich hauptsächlich an Dan Träger und Trainer in den Vereinen richtete, kann dieses Wissen nun auch in die einzelnen Vereine getragen werden. Die beiden Verbände - Jiu Jitsu Traditionell und World Ju Jitsu Federation - sind damit die einzigen Verbände in Deutschland welche die E-Bo-no-Kata im Sinne des Erfinders lehren und weitergeben.

Teilnehmer:

  • 16 Teilnehmer JJT
  • 9 Teilnehmer WJJF
  • 1 Teilnehmer DJJV
  • 3 Gäste aus Holland

Die Referenten des E-Bo-no-Kata Lehrganges:

  • Mario den Edel - 9. Dan Jiu Jitsu
  • Roberto Middelberg - 5. Dan Jiu Jitsu

Judo-SV Lehrgang in Ludwigsburg

Am 11.05.2014 fand im Dojo des MTV Ludwigsburg ein Judo SV (Selbstverteidigung) Lehrgang statt. Dieser war mit 19 Teilnehmern sehr gut besucht. Die Teilnehmer verteilten sich auf die Vereine:

  • KSV Holzgerlingen
  • JC Horb
  • TSV Asperg
  • SV-Fellbach
  • SKV Oberstenfeld
  • MTV Ludwigsburg

Der Lehrgang wurde vom Referenten Jacques Cosson (5. Dan Judo/Jiu-Jitsu, MTV Ludwigsburg) geleitet. Der Schwerpunkt des Lehrganges lag dabei auf den Judo-SV Techniken vom 3. bis 1. Kyu. Diese wurden von der Sektion, dem WJV und dem WDK nach den Vorgaben des DJB Prüfungsprogrammes zusammen gestellt. Das DJB Programm wurde ursprünglich von Mario Staller erstellt. Mario ist Ju-Jutsu-Sportler und Doppel-Weltmeister im Ju-Jutsu Fighting und von Beruf Polizeibeamter und dort Einsatztrainer für Selbstverteidigung, Schießen und Einsatztaktik.