Frühschicht auf der Matte: Dan-Prüfung 2026 gemeistert

Am Samstag, den 25. Juli 2026 fand im Dojo des SV Fellbach in der Gäuäckerhalle die erste diesjährige Jiu-Jitsu Dan-Prüfung des Verbands Jiu-Jitsu traditionell e.V. statt. Der hochsommerlichen Hitze wollte man die Prüfung nicht überlassen, und so hatte man den Beginn kurzerhand um zwei Stunden vorverlegt. Statt um 10:00 Uhr ging es bereits um 8:00 Uhr los. Für die Prüflinge bedeutete das einen zeitigen Weckruf, dafür durften sie bei noch angenehmen Temperaturen und mit wachen Sinnen antreten. Auch die frühe Stunde hielt das Publikum nicht fern: Auf den Rängen hatten sich Sportkameraden sowie Freunde und Angehörige der Anwärter eingefunden.

Mit Silvana Bürkle, Jan Struensee und Florian Leiß stellten sich gleich drei Budoka des SV Fellbach der Prüfung. Silvana, die bereits den 1. Dan im Judo trägt, und Jan (1. Kyu Jiu-Jitsu) strebten beide den 1. Dan im Jiu-Jitsu an, während sich Florian vom 2. auf den 3. Dan prüfen ließ. Silvana und Jan standen einander dabei gegenseitig als Uke zur Verfügung, während Jan darüber hinaus auch Florian als Uke zur Seite stand.

Der vom Verband beauftragten Prüfungskommission saß Jacques Cosson, 6. Dan Judo / 6. Dan Jiu-Jitsu und ehemaliger Bundeswertungsrichter des DJB, vor. Zusammen mit Peter Kollmannthaler (4. Dan Jiu-Jitsu) und Matthias Hubl (4. Dan Jiu-Jitsu) bildete er die dreiköpfige Kommission, vor der sich die drei Anwärter an diesem Morgen zu beweisen hatten.

Zum Auftakt des Prüfungsprogramms trugen die drei Prüflinge gemeinsam und im Wechsel die Kime-No-Kata vor, jene klassische „Form der Entscheidung", in der Verteidigungen aus dem Knien (Idori) wie aus dem Stand (Tachiai) gegen unbewaffnete und bewaffnete Angriffe demonstriert werden. Das Prüfungsfach Kata steht traditionsgemäß am Beginn einer Dan-Prüfung; sein hoher Anspruch besteht darin, die Techniken zugleich präzise, dynamisch und in vollkommener Harmonie darzubieten.

Im Anschluss demonstrierten Silvana und Jan ihre je 25 geforderten Wurftechniken aus dem Judo. Für Silvana als erfahrene Judoka gewissermaßen ein Heimspiel, das sie mit sicherer Ausführung bestätigte; und auch Jan zeigte hier eine saubere und solide Leistung. Florian hatte gemäß der Prüfungsordnung zum 3. Dan keine Wurftechniken mehr zu demonstrieren.

Es folgte die sportliche Verteidigung und Selbstverteidigung gegen die verschiedensten Angriffsformen. Jan und Silvana trugen dabei jeweils 50 Abwehrtechniken vor. Besonders hervorzuheben waren ihre Abschlusstechniken sowie ihre Verteidigung in der Bodenlage, die beide mit großer Sicherheit und Sauberkeit demonstrierten. Florian bestritt diesen Prüfungsteil in der für den 3. Dan geforderten thematischen Schwerpunktbildung, für die er sich ein entsprechendes Programm zusammengestellt hatte. Sein Fokus lag auf der Fuß- und Beinarbeit: In welcher Stellung befinden sich Tori und Uke, welche Bewegungsrichtungen sind sinnvoll und wann lohnen sich Tritte, Kicks oder Kniestöße? Zu jeder Angriffskategorie der Prüfungsordnung ließ er sich dreimal angreifen, wobei sein Uke Jan sein Gewicht jeweils anders verteilte: mal nach vorne drückend, mal nach hinten ziehend, mal in einem ausgewogenen, neutralen Stand. Florians Demonstration bestand darin, die eigene Stellung wie die des Partners rasch zu erkennen und daraus eine passende Verteidigung abzuleiten, ohne Ukes einmal eingenommene Gleichgewichtsverteilung verändern zu müssen. So rückte Florian mit seinem Vortrag die Bedeutung von Stellung und Beinarbeit im Jiu-Jitsu bewusst in den Mittelpunkt.

Nach einer Prüfungsdauer von etwas mehr als drei Stunden zeigten sich die drei Prüfer mit dem Gebotenen sehr zufrieden. Alle drei Prüflinge bestanden ihre jeweilige Prüfung: Silvana und Florian durften die Gratulation zum 1. bzw. 3. Dan Jiu-Jitsu entgegennehmen, während Jan für seine herausragende Leistung den 1. Dan sogar mit Auszeichnung bestand.

Der Verband Jiu-Jitsu traditionell e.V. und die Budoabteilung des SV Fellbach gratulieren den frischgebackenen Danträgern herzlich und wünschen ihnen viel Freude und Erfolg auf ihrem weiteren Weg.

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